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Schlagwort: Spielgeräte

IST DIE ZEIT REIF FÜR DIGITALE SPIELPLÄTZE?

„Die Kinder dort abholen, wo sie sind.“ – so lautet ein pädagogischer Grundsatz. Und weil Kinder und Jugendliche heute sehr oft drinnen sitzen und Computerspiele spielen, muss man sich gerade für ältere Kinder und Jugendliche heute mehr einfallen lassen, um Spielplätze attraktiv zu gestalten.

Tom Zimmermann, erst seit sechs Monaten Spielplatzbeauftragter der Stadt Wuppertal, stellt sich dieser Herausforderung und macht sich für digitale Spielgeräte stark. Wir haben nachgefragt…

 

Herr Zimmermann, erst kürzlich haben Sie für die Eröffnung des Spielplatzes am Gutenbergplatz eine interaktive Torwand für einen Nachmittag aufbauen lassen, um erste Erfahrungen mit digitalen Spielgeräten zu sammeln. Wie lief es?

Zimmermann: Sehr gut! Kein neues Spielgerät bei der Spielplatzeröffnung zog bei den etwas älteren Spielplatzbesuchern so viel Aufmerksamkeit auf sich wie die interaktive Torwand. Da diese im Großen und Ganzen selbsterklärend ist, wussten alle Nutzer sofort wie gespielt werden musste. Auf die, nicht von mir gestellte Frage, an die Jugendlichen, was ihnen am besten auf diesem Spielplatz gefällt, hörte ich oft „das da“ – und der Finger zeigte auf die Torwand.

Zudem geht von diesem Spielgerät etwas Disziplinierendes aus. Von Anfang bis Ende der Eröffnungsveranstaltung standen die Kinder und Jugendlichen zum Teil bei Regen geordnet in der Warteschlange. Das verwunderte alle Beobachter sehr.

Schlange stehen an der interaktiven Torwand bei der Spielplatzeröffnung am Gutenbergplatz in Wuppertal, Foto: Stadt Wuppertal

 

Warum, denken Sie, sind digitale Spielgeräte so interessant?

Zimmermann: Interaktive Spielgeräte beinhalten einen deutlichen Mehrwert.

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BLAUER TURM GEGEN ROTER TURM

In Pfronten steht seit einem Jahr der  1. Computerspielplatz Deutschlandsmit Buzzer, Touchscreen und Konsole. Die Kinder finden sich in Gruppen zusammen, wählen ein Spiel aus und schon ist die Jagd auf die farbigen Lämpchen eröffnet. Jan Schubert, der Tourismusdirektor von Pfronten, erzählt wie’s funktioniert.


Herr Schubert, wie müssen wir uns einen Computerspielplatz vorstellen?

Der Computerspielplatz ist im wesentlichen ein futuristisch anmutendes Klettergerüst, an dem verschiedenfarbig leuchtende Knöpfe (Buzzer) angebracht sind. Die Kinder können über eine dazugehörige Konsole mit Touchscreen aus insgesamt vier digitalen Spielen auswählen und diese Spiele durch ihre eigene Körperbewegung steuern. Einer der wichtigsten Unterschiede zu einem konventionellen Spielgerät: Die Spiele werden in Teams gespielt– alleine macht es keinen Spaß.

Spielkonsole und Buzzer

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„IMMER SIND DIE KINDER SCHULD“

Reginaldo Pereira Lima – kämpft für sichere Spielplätze in Brasilien

Reginaldo Pereira Lima lebt seit 1993 in Deutschland. Als gebürtiger Brasilianer kämpft er seit mehr als 20 Jahren für bessere Spielplätze in seinem Heimatland. Denn dort sind die Sicherheitsmängel so gravierend, dass schwere Spielplatzunfälle leider alltäglich sind.

Um die Dinge ins Rollen zu bringen, sucht er immer wieder nach geeigneten Mitteln und Wegen, und hat sich unter anderem auch als Spielgerätebauer selbst auf den Weg nach Brasilien gemacht. Das wollten wir genauer wissen…

 

Reginaldo, was hat dein besonderes Interesse für Spielplätze geweckt?

Reginaldo: Nachdem ich 1993 nach Deutschland gekommen bin, habe ich zunächst auf einem Abenteuerspielplatz gearbeitet und dort mit den Kindern brasilianisches Spielzeug gebastelt. Schon damals hab ich angefangen, mich für Spielplätze zu interessieren. Auch, weil ich von der Vielfältigkeit der deutschen Spielplätze im Vergleich zu brasilianischen Spielplätzen beeindruckt war.

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