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Konflikte sind in jeder Familie allgegenwärtig, können jedoch, wenn sie überhandnehmen, für Kinder zu einer emotionalen Last werden. Wie können Eltern also Streitigkeiten so navigieren, dass sie ihre Kinder nicht traumatisieren?

Forschung belegt, dass wiederkehrende Streits zwischen Eltern tiefgreifend auf die Entwicklung der Kinder wirken, vor allem auf ihr Selbstwertgefühl. Kinder suchen nach Geborgenheit und Schutz, ihre psychische Gesundheit hängt maßgeblich von der elterlichen Zuwendung ab. Konflikte, die laut und ungelöst ausgetragen werden, säen Unsicherheit und Angst – etwa vor einer Trennung oder der Sorge, selbst schuld zu sein. Solche Erfahrungen, besonders in jungen Jahren, können langanhaltende Traumata nach sich ziehen, die bis ins Erwachsenenalter wirken. Eine Folge kann beispielsweise darin bestehen, im Erwachsenenleben stark emotional abhängig zu sein.

Wichtige Ansätze für Eltern im Umgang mit Streit

Konflikte treten auf. Das ist unvermeidlich. Doch kommt es darauf an, diese als Lernmöglichkeit zu nutzen und eine gesunde Streitkultur vorzuleben. Mit einigen grundlegenden Tipps lässt sich das Risiko minimieren, dass wiederkehrende Streits bleibende negative Eindrücke bei Kindern hinterlassen oder gar tiefgreifende Traumata auslösen.

1) Den Ton in Konflikten vor Kindern beachten

Konflikte vor Kindern sollten sachlich und ruhig als konstruktive Diskussion geführt werden, um ihnen positive Konfliktlösungsmodelle zu bieten. Ein gelegentlicher lauterer Tonfall kann menschlich sein, doch ist es entscheidend, Beleidigungen, Beschimpfungen und insbesondere Handgreiflichkeiten oder jegliches aggressive Verhalten zu vermeiden. Diese Verhaltensweisen können langfristig emotionalen Schaden anrichten und negative Muster setzen. Sollten Emotionen überkochen, ist es ratsam, die Auseinandersetzung zu verschieben, um eine Eskalation zu verhindern. Dadurch lernen Kinder, dass Konflikte auf gesunde Weise gelöst werden können und verstehen die Wichtigkeit von emotionaler Selbstkontrolle und Empathie in Beziehungen.

2) Auszeiten nutzen: Ein Spielplatz-Besuch hilft

Ein Spielplatz kann, während der Streitigkeiten zu Hause, ein sicherer Rückzugsort für Kinder sein. Sollten Konflikte zuhause eskalieren, können Eltern ihren Kindern die Möglichkeit geben, draußen zu spielen, um für einen Moment die Sorgen zu vergessen. Draußen spielen ermöglicht es Kindern, sich frei von häuslichen Spannungen zu fühlen. Gleichzeitig kann es auch für Eltern wohltuend sein, den Streit kurz beiseitezulegen und gemeinsam mit den Kindern eine Auszeit im Freien auf dem Spielplatz zu genießen. Es ist wichtig, dass die Situation später kindgerecht aufgearbeitet wird. 


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3) Konflikte offen angehen

Es ist essentiell, dass Kinder die gesamte Dynamik eines Streits miterleben, um zu verstehen, wie Konflikte gelöst werden können. Wichtig dabei ist, ihnen klarzumachen, dass sie keine Schuld am Streit tragen, besonders wenn sie den Konfliktgrund nicht erfassen können. Verheimlichungsversuche können bei Kindern zu Schuldgefühlen und Unsicherheit führen. Offene Konfliktbewältigung, gepaart mit der Versicherung, dass Kinder unbelastet vom Streitgeschehen sind, ist daher der konstruktivere Ansatz.

4) Sicherheit und Geborgenheit bieten

Ein wichtiger Punkt besteht zudem darin, dass den Kindern immer ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermittelt wird − auch in Streitphasen. Dies gelingt beispielsweise dadurch, dass der Grund des Streits für die Kinder verständlich erklärt wird. Auch sollte ihnen vermittelt werden, dass Streiten einfach zu einer Beziehung dazugehört und dies die Liebe zwischen Mama und Papa nicht beeinflusst. Ein weiteres Tabu besteht darin, über das andere Elternteil schlecht vor den Kindern zu sprechen. Dies löst im Nachwuchs einen starken inneren Konflikt aus. Die Kinder bekommen das Gefühl, sich für Mama oder Papa entscheiden zu müssen. 

5) Belastende Erfahrungen durch liebevolle und unterstützende Atmosphäre verarbeiten

Ein harmonisches und respektvolles Familienumfeld ist essenziell, damit Kinder sich sicher und geliebt fühlen. Offene, respektvolle Kommunikation und konstruktive Konfliktlösung sind dabei Schlüssel, um Kindern zu zeigen, dass ihre Bedürfnisse und Gefühle ernst genommen werden. Eine liebevolle, unterstützende Atmosphäre hilft Kindern, Herausforderungen zu meistern und gestärkt aus ihnen hervorzutreten.

Es ist entscheidend, dass Eltern die hier vorgestellten Strategien anwenden, um ein unterstützendes Umfeld zu schaffen, das Kinder vor den negativen Auswirkungen häufiger Konflikte schützt.

Titel-Foto: Kinder macht es traurig, wenn ihre Eltern häufig streiten. Deshalb brauchen Eltern Strategien, wie sie mit Streit umgehen. ©Faiz/stock.adobe.com