SPIELPLATZPATEN IM EINSATZ

Überall in Deutschland kümmern sich Spielplatzpaten, packen mit an und bringen Dinge in Bewegung. So auch Uwe Grunert in Köln. Der Spielplatzpate hat am letzten Samstag, gemeinsam mit der Stadt Köln, ein tolles Spielplatz-Fest auf die Beine gestellt. Ich war vor Ort und fasziniert von so viel Enthusiasmus.

Gute Stimmung auf dem Spielplatz-Fest. Foto: Schilling

Entspannte Stimmung auf dem Spielplatz-Fest. Foto: Schilling

„Ach, ich wollte schon seit langem mal wieder ein Spielplatz-Fest organisieren“, denkt sich Uwe Grunert, 61 Jahre, mittlerweile im Vorruhestand, als Gabriele Menke, vom Amt für Kinderinteressen der Stadt Köln, vor einigen Wochen anruft und ihn fragt, ob er Lust hätte, ein Fest auf seinem Spielplatz in der Brehmstraße auszurichten – er sagt zu.

Die Stadt Köln wird ihn unterstützen, auch gibt es finanzielle Mittel vom Land NRW: Denn das Fest wird Teil der Veranstaltungsreihe „Tage der Spielplatzpaten in NRW“ sein, initiiert vom ABA Fachverband, der die Arbeit der Spielplatzpaten NRW-weit organisiert und unterstützt. Eigentlich ist diese finanzielle Bezuschussung als Dankeschön für das Engagement der Spielplatzpaten gedacht. Nett gemeint, arbeitsintensiv ist die Vorbereitung trotzdem. Uwe Grunert schreckt das nicht. Er hängt sich rein. Angelika, seine Frau unterstützt ihn dabei. Sie ist ebenfalls Spielplatzpatin auf dem Spielplatz in der Garthestraße.

350 Preise für die Tombola

Allein für die Tombola organisiert Uwe Grunert 350 Preise, wie er mir stolz erzählt: „Schließlich soll jedes Kind gewinnen und wir wissen ja nicht wie viele Besucher kommen mit den umliegenden Schulen und Kitas im Viertel.“

Dafür ist er durch die Geschäfte gezogen und hat einfach nachgefragt: Fielmann, Desigual, der Kinderladen querbeet, Eurorestposten-Shop, der Buchladen Till Eulenspiegel, der Sportverein DJK Löwe Köln e.V., Kölner Bank, Sparkasse KölnBonn, Triathlonveranstalter Will Power Races, Apotheke am Zoo, Krankenkasse DAK, Sprachenschule Wall Street English, Karstadt Sport, Riehler Interessengemeinschaft der Geschäftsleute, Getränkemarkt trink&spar und viele andere, auch Privatpersonen – sie alle haben kostenlos Preise zur Verfügung gestellt. Ein toller Erfolg!

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Die Kinder holen sich bei Uwe und Angelika Grunert die gewonnenen Preise ab. Foto: Schilling

 

Mitreißend, anpackend, begeisternd

Als ich Uwe Grunert beim Fest zum ersten Mal begegne, merke ich schnell: er hat etwas Mitreißendes, etwas Anpackendes, er versprüht Begeisterung. Und es ist ihm anzumerken, wie sehr ihm daran liegt, dass alles reibungslos funktioniert. Ein schönes Fest soll es werden.

Vielleicht sind es genau diese Eigenschaften, die Uwe Grunert dazu bewegen, sich in seiner Freizeit als Spielplatzpate zu engagieren? Bereits vor 12 Jahren übernimmt er die Spielplatzpatenschaft für den Spielplatz in der Brehmstraße. Sein jüngster Sohn ist damals neun Jahre alt und der Spielplatz in einem grauenvollen Zustand. Uwe Grunert will nicht nur meckern, sondern was tun und dafür sorgen, dass sein Wohnumfeld einladender wird. Seine Frau und er wohnen direkt nebenan, die Wege zum Spielplatz sind kurz. Eine gute Voraussetzungen, um regelmäßig auf dem Platz nach dem Rechten zu sehen.

 

Gemütliches Beisammensein in angenehmer Atmosphäre

Gesagt, getan, losgelegt – das galt damals und gilt nach wie vor für Uwe Grunert. Damit das Fest eine Runde Sache wird, hat er, zusätzlich zu den Tombola-Preisen, Obstspenden von REWE besorgt, den Pfarrer gebeten, Musik zu machen und freiwillige Helfer für die Betreuung der Hüpfburg und das Drumherum sowie eine Torwand organisiert. Als dreifacher Vater und ehemaliger Leichtathletik-Trainer beim DJK Löwe Köln e.V. weiß er, sowas kommt bei Kindern an.

Uwe Grunert startet das Torwandschießen - es gibt fünf Fußbälle zu gewinnen. Foto: Schilling

Uwe Grunert startet das Torwandschießen – es gibt fünf Fußbälle zu gewinnen. Foto: Schilling

 

Köln unterstützt seine Paten

Auch die Stadt Köln legt sich mächtig ins Zeug: Grill-Würstchen, Kinderschminken und ein Button-Bastel-Stand bringt Gabriele Menke mit. Sie betreut die 440 Kölner Spielplatzpaten und steht mit Uwe Grunert seit Jahren in engem Kontakt. Man begegnet sich auf Augenhöhe und duzt sich.

Als ich Frau Menke auf das Ehepaar Grunert anspreche, findet sie nur lobende Worte für die beiden Spielplatzpaten: „Das Engagement vor Ort klappt hervorragend. Sie kümmern sich um die beiden Spielplätze, die sie betreuen, sehr zuverlässig und sobald etwas ist, weiß ich, dass sie sich bei mir melden. Wir stehen miteinander im direkten Austausch, das ist eine große Unterstützung für unsere Spielplatz-Arbeit.“

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Würstchen auf dem Grill – Schmetterlinge im Gesicht. Foto: Schilling

Gabriele Menke nutzt die Gelegenheit auf dem Spielplatz-Fest, mit interessierten Eltern ins Gespräch zu kommen, sie hat eine frohe Botschaft im Gepäck: Bereits im nächsten Frühjahr werden, aller Voraussicht nach, zwei zusätzliche Spielgeräte auf dem Spielplatz installiert – eine Seil-Kletterkombination sowie ein Gurtsteg. Prima. Denn obwohl das Spielplatz-Gelände wirklich sehr schön ist, ist in puncto Ausstattung noch viel Luft nach oben.

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Gabriele Menke von der Stadt Köln informiert über die neuen Spielgeräte für die Brehmstraße. Foto: Schilling

 

Spiel und Bewegung

Sehr gefragt bei den kleinen Spielplatz-Besuchern, ist das BEMIL (Bewegungs- und Ernährungsmobil) – vom ABA Fachverband zur Verfügung gestellt. Herzstück des BEMILS ist eine Bewegungsbaustelle mit Kästen aus Holz, Brettern, Balken und Rundhölzern, die zum Klettern, Balancieren, Wippen und Rutschen einladen.

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Die Kinder nehmen die Bewegungsbaustelle in Beschlag. Foto: Schilling

Das Gesamt-Angebot scheint zu passen. Nicht nur ich fühle mich hier offensichtlich wohl. Der Spielplatz mit seinem alten Baumbestand versprüht eine angenehme, entspannte Atmosphäre – hier lässt es sich gut abschalten. Im Laufe des Nachmittags trudeln immer mehr Menschen ein – zwischen 250 und 300 Leute kommen insgesamt. Sie plaudern gemütlich miteinander bei Kaffee, Kuchen und Grillwürstchen, während die Kinder spielen. Uwe Grunert ist zufrieden: „Toll, dass so viele Riehler Familien gekommen sind.“

Menschen, wie Uwe Grunert, setzen sich überall in Deutschland für Spielplätze ein und unterstützen damit die Spielplatz-Arbeit ihrer Kommune oder Stadt. Sie übernehmen Verantwortung und „opfern“ dafür einen Teil ihrer freien Zeit. Doch wer sind diese Leute, wie ticken sie? Das finde ich spannend zu erfahren. Wenn du auch Spielplatzpate bist und wir mehr über dich und deine Arbeit erfahren dürfen, schreib uns.

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4 Antworten auf SPIELPLATZPATEN IM EINSATZ

  1. Liebe Bettina Schilling! Das ist ein ganz wunderbarer Blogbeitrag. Danke dafür! Und ja, diese Begeisterung für dieses so abwechslungsreiche und wichtige Ehrenamt ist etwas ganz Wundervolles! Wir hier in NRW können uns sehr glücklich schätzen, dass wir ein eigenes Ressort „Spielplatzpaten“ im ABA Fachverband haben. Der Austausch und die Kooperation untereinander ist sehr wertvoll und bereichernd! Insofern, Daumen hoch für alle Menschen, die sich für Spielräume in den Kommunen stark machen, ob als Paten oder im Spielplatzverein oder als Betreiberin eines Spielplatzportals! „Möge das Spiel mit uns sein“ ;o) Spielerische Grüße nach Köln!

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