{"id":18103,"date":"2019-05-13T07:20:47","date_gmt":"2019-05-13T06:20:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/?p=18103"},"modified":"2022-06-16T18:37:44","modified_gmt":"2022-06-16T17:37:44","slug":"kinder-machen-ja-nicht-an-der-spielplatz-grenze-halt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/kinder-machen-ja-nicht-an-der-spielplatz-grenze-halt\/","title":{"rendered":"&#8220;KINDER MACHEN JA NICHT AN DER SPIELPLATZ-GRENZE HALT!&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kinder sollten so viel wie m\u00f6glich drau\u00dfen spielen, um gesund aufzuwachsen. Sie tun es jedoch immer seltener. Der Drau\u00dfenspiel-Experte Prof. Dr. Peter H\u00f6fflin hat herausgefunden, wie es gelingt, Kinder wieder mehr vor die T\u00fcr zu locken. Achtung Spoiler: Der klassische Spielplatz ist es nicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Herr Prof. Dr. H\u00f6fflin, wo spielen Kinder heute?<\/h3>\n\n\n\n<p><strong data-rich-text-format-boundary=\"true\">Prof. Dr. Peter H\u00f6fflin:<\/strong> Kinder verbringen inzwischen sehr viel Zeit in Kindertageseinrichtungen, Schulen oder anderen Institutionen. Drau\u00dfenspiel ist daher f\u00fcr viele kein selbstverst\u00e4ndlicher Bestandteil ihrer Kindheit mehr, wie es noch in meiner Generation der Fall war. Stattdessen gehen Kinder angeleiteten T\u00e4tigkeiten in gesch\u00fctzten R\u00e4umen nach, spielen zu Hause in ihren Kinderzimmern und wenn sich Kinder mit ihren Freunden zum Spielen verabreden, werden sie nicht selten von ihren Eltern zu den Verabredungen gefahren, da die Kinder nicht in der Lage sind, sich ihren Weg durch den Verkehr zu bahnen oder Eltern Bedenken haben, dies zu gestatten. Der Medienkonsum spielt nat\u00fcrlich auch eine gro\u00dfe Rolle &#8211; \u00fcbrigens eine gr\u00f6\u00dfere dort wo das Wohnumfeld drau\u00dfen nur wenig f\u00fcr Kinder zu bieten hat.<\/p>\n<hr>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" src=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Peter_Hoefflin_120.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-18130\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.eh-ludwigsburg.de\/hochschule\/personenverzeichnis\/personen-ansicht\/person\/zeige\/hoefflin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Prof. Dr. Peter H\u00f6fflin<\/a><\/strong> lehrt an der&nbsp;Evangelischen Hochschule Ludwigsburg Soziologie und empirische Sozialforschung, forscht zum Thema &#8220;Drau\u00dfenspiel&#8221; und Spielm\u00f6glichkeiten von Kindern in der Stadt und engagiert sich im <a href=\"https:\/\/www.recht-auf-spiel.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">B\u00fcndnis &#8220;Recht auf Spiel&#8221;<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kinder wollen also drau\u00dfen spielen, aber es fehlt ihnen an geeigneten M\u00f6glichkeiten?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ja. Wir haben in unserer Studie <a href=\"https:\/\/www.dkhw.de\/schwerpunkte\/spiel-und-bewegung\/studie-raum-fuer-kinderspiel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eRaum f\u00fcr Kinderspiel!\u201c<\/a> ganz klar festgestellt: da wo Kinder drau\u00dfen spielen k\u00f6nnen, tun sie es auch. Im Durchschnitt sind Kinder dann fast zwei Stunden pro Tag (108 Minuten) drau\u00dfen. Und&nbsp;nahezu alle Kinder d\u00fcrfen in Wohnungsn\u00e4he und ohne Aufsicht der Eltern oder sonstiger Betreuungspersonen drau\u00dfen spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort, wo Kinder im Umfeld der Wohnung schlechte Drau\u00dfenspiel-Bedingungen vorfinden, spielen sie im Durchschnitt nur 16 Minuten drau\u00dfen und rund drei Viertel der Kinder k\u00f6nnen \u00fcberhaupt nicht drau\u00dfen spielen. &nbsp;Sie sehen also, die soziale Ungleichheit bez\u00fcglich der Spielm\u00f6glichkeiten in der Stadt ist riesig. Hier gilt es anzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was macht ein kindgerechtes Wohnumfeld aus?<\/h3>\n\n\n\n<p>Da kommen gleich mehrere Faktoren zusammen. Kindgerecht ist, wenn sich Kinder (5-9 Jahre) gefahrenlos und frei in ihrem Wohnumfeld bewegen und geeignete Spielorte in nicht allzu gro\u00dfer Entfernung selbstst\u00e4ndig erreichen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr brauchen Kinder sichere Wegeverbindungen quer durch ihr Wohnviertel. Denn was n\u00fctzt ein toller Spielplatz, der nicht spontan aufgesucht werden kann, weil der Weg dorthin \u00fcber die vielbefahrene Stra\u00dfe zu gef\u00e4hrlich ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht nur Spielpl\u00e4tze sind wichtig. Vielmehr m\u00fcssen wir das gesamte Wohnumfeld in den Blick nehmen. Kinder machen ja nicht an der Spielplatz-Grenze halt. Sie haben auch andere Orte, die ihnen gefallen: Hier ein sch\u00f6ner Baum zum Klettern, dort ein B\u00e4chlein oder da eine Sackgasse, in der man gut rollern kann. Kinder brauchen generell eine anregungsreiche, naturnahe Umgebung mit Nischen zum Verstecken, Begegnungsr\u00e4ume zum Gestalten und Ver\u00e4ndern. Auch die Stra\u00dfe sollte als Spielort in den Fokus r\u00fccken, um mehr attraktive Spielm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Kinder zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/spielplatz\/piratenspielplatz-in-amberg_3637\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/piratenspielplatz-in-amberg_15x10.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18127\" srcset=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/piratenspielplatz-in-amberg_15x10.jpg 1200w, https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/piratenspielplatz-in-amberg_15x10-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/piratenspielplatz-in-amberg_15x10-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/piratenspielplatz-in-amberg_15x10-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><figcaption>Wasser bietet so viel mehr Spielm\u00f6glichkeiten als eine schlichte gr\u00fcne Wiese. Foto: Piratenspielplatz Amberg \/ Spielplatztreff.de<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Stra\u00dfe als Spielraum &#8211; bei dem Verkehr?!<\/h3>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher hie\u00df es immer nur: man muss die Kinder an den Verkehr anpassen, sie vor den Gefahren sch\u00fctzen und ihnen beibringen, mit den Zebrastreifen und den Autos kompetent umzugehen. Das ist nach wie vor wichtig, keine Frage. Aber inzwischen werden bessere Ans\u00e4tze diskutiert: wie k\u00f6nnen wir den Verkehr an die Kinder anpassen?&nbsp;Auch unsere Studie hat gezeigt: Allein durch Verkehrsberuhigung l\u00e4sst sich die Drau\u00dfenspielzeit verdoppeln! Also lohnt es sich doch allemal, Formate zu entwickeln, die nicht Sicherheit auf Kosten der Mobilit\u00e4t zum Ziel haben, sondern Sicherheit und Mobilit\u00e4t miteinander verbinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine verkehrsberuhigte Umgebung steigert die Interaktionschancen jedenfalls deutlich \u2013 ein weiteres Merkmal f\u00fcr ein kinderfreundliches Umfeld. Denn wenn Kinder sich spontan mit anderen Kindern vor der Haust\u00fcr, auf der Stra\u00dfe oder im Park treffen k\u00f6nnen, ist schon viel gewonnen. Auch f\u00fcr die Familien, denn attraktive Au\u00dfenr\u00e4ume k\u00f6nnen sehr entlastend sein. Stellen Sie sich vor: Eltern, die nicht mehr f\u00fcr die Bewegungsangebote ihrer Kinder von A nach B fahren m\u00fcssen. Einfach T\u00fcr auf und raus. Und der ewige Streit um die Mediennutzung nimmt auch ab, weil Kinder gemeinsam mit anderen Kindern viel mehr Zeit drau\u00dfen verbringen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-full wp-image-18116\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/spielen-auf-der-strasse-pixabay-Michael-Gaida.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-18116\"\/><figcaption>Eine verkehrsberuhigte Stra\u00dfe kann Begegnungs- und Spielort f\u00fcr Kinder sein. Foto: Michael Gaida \/ pixabay<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">T\u00fcr auf und alle Kinder raus zum Spielen? Das klingt toll!<\/h3>\n\n\n\n<p>Absolut. Gelingt es, die Bedingungen im Wohnviertel so zu gestalten, dass die Eltern sich trauen, ihre Kinder wieder alleine vor die Haust\u00fcr zu lassen, und die Kinder wieder Lust haben, auf Entdeckungstour durch ihr Viertel zu ziehen, werden sich auch wieder mehr Kinder spontan drau\u00dfen treffen, miteinander spielen, aufeinander acht geben, sich gegenseitig helfen und wertvolle selbstst\u00e4ndige Erfahrungen sammeln. Erfahrungen und Lernprozesse, die durch den vorgegebenen betreuten Rahmen einer Institution nur begrenzt m\u00f6glich sind.<\/p>\n<hr>\n\n\n\n<p><strong>Wie viel Bewegung brauchen Kinder?<br><\/strong>In Deutschland gibt es die Bewegungsempfehlungen von der Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung. Demnach sollten Kindergartenkinder (4-6 J.) eine Bewegungszeit von mindestens 180 min pro Tag erreichen. Das sind 3 Stunden. Grundschulkinder (6-11 J.) sollten sich m\u00f6glichst 90 Minuten t\u00e4glich bewegen. Die WHO empfiehlt f\u00fcr Kinder und Jugendliche im Schnitt mindestens 60 Minuten k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t pro Tag. Lt. <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Gesundheitsmonitoring\/Gesundheitsberichterstattung\/GBEDownloadsJ\/FactSheets\/JoHM_01_2018_koerperliche_Aktivitaet_KiGGS-Welle2.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">KiGGS Studie<\/a> erreichen lediglich 22 Prozent der M\u00e4dchen und 29 Prozent der Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation.<\/p>\n\n\n\n<hr>\n<p>Der Clou ist dar\u00fcber hinaus: Schafft man Raumqualit\u00e4t f\u00fcr Kinder, steigt gleichzeitig die Wohnqualit\u00e4t und die Zufriedenheit aller Anwohner. Kontakte werden gekn\u00fcpft, der nachbarschaftliche Zusammenhalt w\u00e4chst, ebenso die Identifizierung mit dem Wohnquartier, der Vandalismus nimmt ab. Das geht weit \u00fcber den eigentlichen Spielraum hinaus und kann f\u00fcr St\u00e4dte und Kommunen zu einem&nbsp;wichtigen Standortvorteil werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hat der klassische Spielplatz ausgedient?<\/h3>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/spielplatz\/am-nappenfeld-in-bottrop_10143\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/spielplatz-am-nappenfeld-in-bottrop.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18117\" srcset=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/spielplatz-am-nappenfeld-in-bottrop.jpg 1200w, https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/spielplatz-am-nappenfeld-in-bottrop-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/spielplatz-am-nappenfeld-in-bottrop-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/spielplatz-am-nappenfeld-in-bottrop-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><figcaption>So wie dieser Spielplatz in Bottrop sehen viele aus. Hier fehlt der Pepp! Foto: Spielplatztreff.de<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Mehrzahl der Spielpl\u00e4tze ist heute tats\u00e4chlich immer noch traditionell ausgestattet und bietet nur wenige Anregungsm\u00f6glichkeiten. Vor allem Kindern ab etwa sechs, sieben Jahren wird es auf solchen Pl\u00e4tzen schnell langweilig. Sie klettern einmal hoch, rutschen wieder runter, schaukeln kurz und sind dann fertig. Kein Wunder, dass klassische Spielpl\u00e4tze oftmals verwaist sind. Auch dadurch wird diese Art des Spielraums \u00fcbrigens &nbsp;unattraktiv. Alleine spielen macht weniger Spa\u00df!<\/p>\n\n\n\n<p>Spielpl\u00e4tze sollten spannender und riskanter gestaltet werden. Dabei reicht es nicht aus, nur auf technische Sicherheit zu achten. Ein zu sicherer Spielplatz ist uninteressant. Die Spielexpertise geh\u00f6rt genauso dazu. Eine passende Balance zwischen Risiko und Sicherheit ist hierbei entscheidend. Es gibt gen\u00fcgend Beispiele f\u00fcr sehr gelungene anregende Spielpl\u00e4tze. Abgesehen davon m\u00fcssen wir daf\u00fcr sorgen, dass Kinder auch abseits von Spielpl\u00e4tzen wieder mehr attraktive R\u00e4ume vorfinden. Gerade vor dem Hintergrund, dass durch die immer engere Bebauung stetig Frei- und Gr\u00fcnfl\u00e4chen verloren gehen, muss es das Ziel sein, auch durch die Form der Stadtarchitektur Qualit\u00e4ten f\u00fcr den Au\u00dfenraum zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie gelingt es St\u00e4dten, attraktivere Drau\u00dfenspiel-M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Kinder zu schaffen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Ganz wichtig: St\u00e4dte und Kommunen sollten endlich Wohnquartiere nicht mehr aus der Perspektive, den Erfahrungen und Wahrnehmungen der Erwachsenen gestalten, sondern die Bed\u00fcrfnisse von Kindern und Jugendlichen in den Fokus nehmen. Daf\u00fcr ist der interdisziplin\u00e4re Gedanke ganz entscheidend. Das Thema sollte als Querschnittsthema Beachtung finden, so dass Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt, Jugendamt, Spielraumplaner, St\u00e4dteplaner, Architekten etc. an einem Strang ziehen. Die Kommunen brauchen eine klare politische Zielsetzung, Qualit\u00e4t f\u00fcr das Drau\u00dfenspiel schaffen zu wollen. Dann l\u00e4sst sich wirklich viel gestalten, ver\u00e4ndern und entwickeln. Gerade auf der kommunalen Ebene hat man gute M\u00f6glichkeiten, wenn man will.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz wichtig: St\u00e4dte und Kommunen sollten endlich Wohnquartiere nicht mehr aus der Perspektive, den Erfahrungen und Wahrnehmungen der Erwachsenen gestalten, sondern die Bed\u00fcrfnisse von Kindern und Jugendlichen in den Fokus nehmen. Daf\u00fcr ist der interdisziplin\u00e4re Gedanke ganz entscheidend. Das Thema sollte als Querschnittsthema Beachtung finden, so dass Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt, Jugendamt, Spielraumplaner, St\u00e4dteplaner, Architekten etc. an einem Strang ziehen. Die Kommunen brauchen eine klare politische Zielsetzung, Qualit\u00e4t f\u00fcr das Drau\u00dfenspiel schaffen zu wollen. Dann l\u00e4sst sich wirklich viel gestalten, ver\u00e4ndern und entwickeln. Gerade auf der kommunalen Ebene hat man gute M\u00f6glichkeiten, wenn man will.<\/p>\n<hr>\n\n\n\n<p>In Kopenhagen hat es der d\u00e4nische Architekt, St\u00e4dteplaner und Vision\u00e4r Jan Gehl vorgemacht und die Stadt zu einer der kinder- und menschenfreundlichsten St\u00e4dte in Europa entwickelt. In diesem <a href=\"https:\/\/www.brandeins.de\/magazine\/brand-eins-wirtschaftsmagazin\/2014\/genuss\/die-menschen-in-bewegung-setzen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Interview auf brandeins<\/a> erfahrt ihr mehr \u00fcber seinen spannenden Ansatz&nbsp;\u201eSt\u00e4dte f\u00fcr Menschen\u201c zu planen.<\/p>\n<hr>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum f\u00e4llt es uns Erwachsene so schwer mit Kinderaugen zu sehen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir Erwachsenen sind oftmals raumblind und verlieren mit den Jahren an Sensibilit\u00e4t. Wir vergessen, wie sehr Kinder von ihrem unmittelbaren Wohnumfeld und den dortigen Bedingungen abh\u00e4ngig sind. Wenn ich meine Freunde nicht erreichen kann, dann fahre ich mit dem Fahrrad, der Bahn oder dem Auto dorthin. Kinder k\u00f6nnen das nicht. Sie sind noch nicht mobil.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.bs.ch\/publikationen\/entwicklung\/auf_augenhoehe_1-20m.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"213\" src=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/auf_Augenhoehe_120_kl-300x213.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18110\" srcset=\"https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/auf_Augenhoehe_120_kl-300x213.jpg 300w, https:\/\/www.spielplatztreff.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/auf_Augenhoehe_120_kl.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem nehmen Kinder ihren Lebensraum durch die geringere K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe anders wahr als Erwachsene und sehen viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Das ist uns oft nicht bewusst. Daher muss man ein bisschen die Sinne sch\u00e4rfen. Eine gute Idee dazu kommt aus der Stadt Basel. Sie hat einen <a href=\"https:\/\/www.bs.ch\/publikationen\/entwicklung\/auf_augenhoehe_1-20m.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Leitfaden \u201eAuf Augenh\u00f6he 1,20 m\u201c<\/a> f\u00fcr ihre Verwaltung erstellt, als Handreichung f\u00fcr die kinderfreundliche Gestaltung eines Wohnquartiers.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig, um mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander zu entwickeln und die Wahrnehmung zu \u00e4ndern, ist es, Kinder und alle Anwohner mit ins Boot zu holen. Es geht nicht darum, unterschiedliche Interessen gegeneinander auszuspielen, sondern im Austausch miteinander Akzeptanz f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse von Kindern zu schaffen und zu erkennen, dass wir alle davon profitieren, wenn Kinder drau\u00dfen spielen k\u00f6nnen. Kinder haben zwar lt. UN-Kinderrechtskonvention das \u201eRecht auf Spiel\u201c. Einklagen k\u00f6nnen sie ihr Recht jedoch nicht. Deshalb brauchen sie uns Erwachsene als F\u00fcrsprecher.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielen Dank, Herr Prof. Dr. H\u00f6fflin, f\u00fcr das interessante Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kinder sollten so viel wie m\u00f6glich drau\u00dfen spielen, um gesund aufzuwachsen. Sie tun es jedoch immer seltener. Der Drau\u00dfenspiel-Experte Prof. Dr. Peter H\u00f6fflin hat herausgefunden, wie es gelingt, Kinder wieder mehr vor die T\u00fcr zu locken. Achtung Spoiler: Der klassische Spielplatz ist es nicht. Herr Prof. Dr. H\u00f6fflin, wo spielen Kinder heute? 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