„ES GEHT NICHT DARUM, DASS WIR WÄNDE AUS VERBOTEN BAUEN.“

„Wenn du jetzt nicht sofort mitkommst, dann gibt es heute Abend keine Gute-Nacht-Geschichte!“ Habt ihr mit diesem oder einem ähnlichen Satz auch schon mal einen Spielplatz-Besuch beendet, nachdem alles Flehen und Bitten vorher nichts half? Eltern- und Familienberaterin und Therapeutin Katia Saalfrank erklärt, warum wir unsere Kinder lieber nicht mit „wenn-dann-Sätzen“ erpressen sollten und warum es viel wichtiger ist, sie besser zu verstehen.

Kinder verstehen anstatt zu strafen. Foto: Michael Neupert / pixelio.de

 

Frau Saalfrank, täglich verstricken wir Eltern uns in Machtkämpfe mit unseren Kindern, obwohl wir sie lieben. Warum?

Saalfrank: Eltern kommen zu mir, weil sie merken, dass ihre Beziehung zu Kindern belastet ist. Häufig haben wir nicht viel Zeit im Alltag und wollen aufkommende Konflikte möglichst schnell lösen. Wir haben vorher vielleicht noch versucht, die Situation über Erklärungen zu lösen. Doch die Einsicht, dass es „vernünftig“ ist, jetzt den Spielplatz zu verlassen, weil wir – aus Erwachsenensicht – vielleicht schon lange genug dort waren und es für unsere Planungen sonst zu spät wird, will sich bei unserem Kind nicht einstellen. Da wir uns nicht gehört und verstanden fühlen, werden wir sauer und uns „platzt der Kragen“. Wir reagieren häufig emotionaler als wir wollen und – ebenso wie die Kinder – mit Wut.

In solchen emotionalen Stress-Momenten rutschen wir oft unbewusst in alte selbsterlebte Muster hinein, nutzen unsere elterliche Macht aus und greifen auf Erpressungen, Drohungen oder andere abwertende Mechanismen zurück und wiederholen damit etwas, was wir selbst erfahren haben. Mir ist wichtig, dass Eltern sich über diese Zusammenhänge bewusst sind.

 

Was bedeutet das für unsere Kinder?

Ich möchte es mal versachlichen: Eigentlich sind „wenn-dann-Sätze“ juristisch gesehen schlicht eine Nötigung. Wir setzen damit unsere Kinder massiv unter Druck und erpressen sie emotional. In Ihrem oben genannten Beispiel wird, in der Hoffnung, dass das Kind sich an ein von den Eltern gewolltes Verhalten anpasst, mit Liebesentzug bzw. Entzug der Zuwendung gedroht. Kinder sind jedoch von Liebe und Zuwendung ihrer Bezugs- und Bindungspersonen abhängig und deshalb leicht über diese Mechanismen zur Anpassung zu bringen.

Dabei sollte es eben nicht darum gehen, das Verhalten an sich als „gut“ oder „schlecht“ oder „richtig“ oder „falsch“ zu bewerten bzw. abzuwerten und dieses dann mit elterlicher Macht abstellen zu wollen. Vielmehr sollten Eltern lernen, das Verhalten ihrer Kinder als wertvolle Signale zu erkennen und die dahinter liegenden Gefühle und Bedürfnisse zu verstehen. Aus der Säuglings- und Bindungsforschung liegen viele gesicherte Erkenntnisse vor, welch große Bedeutung der Aufbau einer sicheren Bindung für das gesunde Aufwachsen von Menschen hat. Es ist mir ein Rätsel, weshalb diese Bindungsaspekte und das Wissen über die Wirkung von sicherer Bindung für das gesunde Aufwachsen von Kindern nicht längst viel selbstverständlicher in unserer Gesellschaft Einzug gefunden hat. Es kommt darauf an, dass es Eltern gelingt, eine verlässliche (Ver-)Bindung zu ihrem Kind herzustellen und durch ein konstruktives und wertschätzendes Miteinander die Beziehung zu festigen. Hier dürfen wir anknüpfen.

 

Wie helfen Sie Eltern die (Ver-)Bindung zum Kind wieder herzustellen?

Ich habe über all die Jahre für mich eine Form der bindungs- und beziehungsorientierten Pädagogik entwickelt, in der es im Kern darum geht, das Verhalten von Kindern zunächst einmal zu verstehen. Und dann gemeinsam mit Eltern neue wertschätzende und konstruktive Antworten auf der emotionalen Beziehungsebene zu entwickeln. Erst wenn wir das Verhalten von Kindern auf der emotionalen Bedürfnisebene verstehen, können wir auf der emotionalen Ebene darauf adäquat reagieren und konstruktive Antworten finden.

In der Beratung schauen wir uns ganz konkret die Beziehung zwischen Eltern und Kindern an und finden gemeinsam heraus, in welchen Situationen Eltern in den „Kampfmodus“ schalten und wann ihre Kinder aufhören zu kooperieren. Kinder sind nämlich grundsätzlich Teamworker. Sie kooperieren häufig den ganzen Tag. Häufig sogar sind sie stark in der Überkooperation. Und wir nehmen es oft nicht mal wahr.


Katia Saalfrank

Katia Saalfrank ist Diplom-Pädagogin und Musiktherapeutin. Sie arbeitet als Eltern- und Familienberaterin in eigener Praxis, berät und begleitet Eltern – durch die Möglichkeit der Skype-Beratung auch bundesweit und im deutschsprachigen Ausland, führt Personal Coachings zum Schwerpunkt Kommunikation und Emotion durch und ist in der Supervision von LehrerInnen und ErzieherInnen tätig.  In ihren Aus- und Weiterbildungen gibt Katia Saalfrank ihre eigene bindungs- und beziehungsorientierte Pädagogik (buboks) an Eltern und Fachleute weiter.


 

Wenn Kinder nicht mehr kooperieren, eskaliert es?

Schauen wir doch mal genauer hin: Die Tagesabläufe vieler Kinder sind eng getaktet. Schon kleine Kinder müssen oft um halb acht aus dem Haus und kommen abends um halb fünf wieder. Sie stellen ihr Bedürfnis nach Ruhe, Erholung und Verbindung mit den Eltern oft über Stunden zurück. Sie haben Mutter und Vater sehr wenig am Tag gesehen – manchmal zu wenig, um ihren „emotionalen Hunger“ zu stillen und ihre Bedürfnisspeicher aufzufüllen. Und irgendwann geht es dann einfach nicht mehr.

Man muss wissen: Kinder tun nie etwas gegen Erwachsene, sondern immer etwas für sich. So steigen Kinder dann aus der Kooperation aus und verweigern sich und reagieren dann auf eine, aus unserer Sicht, Kleinigkeit, mit einem heftigen Wutanfall. Nicht, weil sie nicht mehr kooperieren wollen, sondern weil sie nicht mehr können. Wenn dann noch Kränkungen dazu kommen und Eltern Druck machen z.B. „wenn-du-nicht-dann“, ist es ganz aus und das Drama am Abend perfekt.

 

Inwiefern nehmen unsere Erfahrungen aus der eigenen Kindheit Einfluss?

Auch die frühe selbsterfahrene Kränkung von Eltern spielt eine Rolle. Wir müssen lernen zu verstehen: Gerade wenn wir unter Stress geraten, werden eigene frühe Bindungs- und Beziehungsmuster aktiviert, Situationen, in denen wir uns als Kind selbst klein und hilflos gefühlt haben, sind plötzlich emotional wieder aktuell. Dieses schlechte Gefühl nimmt dann in Situationen mit unseren Kindern Überhand und führt dazu, dass ein Erwachsener jemanden, der sowieso viel kleiner ist, strafen oder abwerten muss. Wichtig ist, sich zu sortieren: Was ist meine eigene Geschichte? Und was ist heute meine elterliche, erwachsene Verantwortung für mein Kind?

Indem Eltern den Perspektivwechsel vollziehen und die Sicht ihres Kindes und das, was in ihm vorgeht ernst nehmen und besser verstehen, wird es für alle leichter. Der Kampf hört auf. Dadurch können Eltern offen bleiben für das, was ihr Kind gerade in der Überforderung und Verzweiflung braucht. Eltern hören auf, Dinge persönlich gegen sich selbst gerichtet zu nehmen und es gelingt ihnen eher, ihre Empörung und Wut über das Verhalten des Kindes zur Seite zu stellen. Sie müssen ihr Kind nicht mehr „beherrschen“ oder ihm machtvoll zeigen, „wo der Hase lang läuft“. Es gelingt ihnen besser sich selbst zu positionieren und sich in seinen Grenzen zu zeigen und dabei gleichzeitig die Grenzen ihres Kindes auch zu wahren. Und das ist wichtig. Denn wie sollen Kinder selbstständige, empathische und wertschätzende Menschen werden, die Grenzen von anderen achten und wahren, wenn wir ihre eigenen Grenzen in Konfliktsituationen ständig übertreten werden?


Katia Saalfrank „KINDHEIT OHNE STRAFEN“
Habt ihr das Gefühl ihr braucht ein paar Denkanstöße, wie euer Familienalltag  mit mehr Wertschätzung und weniger Strafen gelingt, lege ich euch unbedingt das aktuelle Buch von Katia Saalfrank „Kindheit ohne Strafen“ ans Herz, erschienen 2017 im  BELTZ Verlag. Ich habe es gelesen und war von der einfühlsamen Grundhaltung, die Saalfrank vermittelt, sofort begeistert. Zahlreiche Beispiele aus ihrer Beratungsarbeit mit Eltern veranschaulichen die neuen Handlungsalternativen. Vieles davon lässt sich direkt im Alltag umsetzen und zeigt sofort Wirkung, anderes braucht aber auch etwas Zeit und Geduld.  

 


WIR VERLOSEN 1 EXEMPLAR: Schreibt bis zum 14.10.18 unter diesem Blogbeitrag oder auf Instagram einen Kommentar, wie ihr schwierige Situationen mit euren Kindern versucht zu lösen. Und schon hüpft ihr in den Lostopf. Der Gewinner wird hier im Blog und auf Instagram bekanntgegeben. Vielen Dank an den BELTZ Verlag, der uns ein Rezensionsexemplar und ein Verlosungsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat.


 

Sollten Eltern nicht Grenzen setzen?

Da hole ich noch mal etwas aus. Alle Menschen haben Grenzen: emotionale, soziale und seelische. Kinder brauchen ihre Grenzen genauso, wie Erwachsene. Sie fungieren quasi als persönlicher Schutzraum. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Grenzen von Kindern wahren, damit Kinder ihren eigenen, persönlichen Raum auch entwickeln, halten und schützen lernen.

Was Kinder aus meiner Sicht nicht brauchen, sind von außen gesetzte Grenzen. Denn es geht nicht darum, dass wir Kinder „eingrenzen“, indem wir Wände aus elterlichen Verboten bauen oder Zäune aus Maßregelungen flechten. Die Frage lautet deshalb auch nicht: Wie können wir Kindern Grenzen setzen, sondern muss umgekehrt lauten: Wie können Eltern mit ihren eigenen Grenzen sichtbar werden, damit Kinder auch ihre eigenen Grenzen erfahren? Dafür müssen wir Erwachsenen uns unserer eigenen Grenzen bewusst werden. Wo stehen wir, was wollen wir, wo ist unser persönlicher Raum? Erst können wir unsere Grenzen gegenüber anderen und unseren Kindern auch vertreten.

Kinder erleben Grenzen dann dadurch, dass sich ihre Eltern positionieren. So erfahren sie: Der andere hat da eine Grenze! Und weiter: Auch ich habe also Grenzen und darf diese deutlich machen. Menschen und ihre persönlichen Grenzen werden für andere auch durch das Äußern ihrer Gedanken und dem zeigen ihrer eigenen Emotionen sichtbar.

 

Ein wichtiger Schlüssel für mehr Verständnis ist also die Gefühlswelt?

Ja, ohne Gefühle geht es nicht. Unsere Handlungen sind durch Emotionen motiviert. Daher ist es wesentlich, sich über die Gefühle des Kindes und über die eigenen Gefühle im Klaren zu sein, einen Zugang zu haben, Emotionen regulieren zu können und einen angemessenen Ausdruck zu entwickeln. Leider haben Eltern häufig selbst nicht viel Erfahrung mit ihren eigenen Gefühlen, und so ist es für sie manchmal gar nicht leicht, die Gefühlswelt ihrer Kinder zu verstehen, geschweige denn diese Gefühle zu co-regulieren. Um den Umgang mit Gefühlen zu lernen sind fünf Schritte in der emotionalen Entwicklung von Kindern wesentlich: Gefühle wahrnehmen, Gefühle erkennen, Gefühle benennen, Gefühle regulieren (und kontrollieren) und Gefühle selbst beeinflussen.

Ziel der emotionalen Entwicklung ist einen guten Zugang zu den eigenen Gefühlen zu entwickeln. Voraussetzung hierfür ist eine Bewusstheit über die Emotionen zu erlangen, indem die eigenen Gefühle zunächst wahrgenommen, erkannt und in einem weiteren Schritt dann auch benannt werden und so über einen langen Prozess hinweg in die Persönlichkeit integriert werden können. Nur wenn das gelingt, können die eigenen Gefühle dann auch reguliert und ein guter und konstruktiver Umgang mit eigenen Gefühlen gefunden werden. Wenn Verknüpfungen hergestellt werden können zwischen den unter den Gefühlen liegenden Bedürfnissen und dem Gefühl, welches entsteht, kann es möglich werden, die eigenen Gefühle zu beeinflussen.

 

Was können Eltern in einer akuten Stresssituation tun?

In Stresssituationen ist es besonders schwer. Es geht dann darum, alles ganz bewusst zu entschleunigen und ein Stopp zwischen Reiz und Reaktion zu setzen. Hier gilt es auf sich und seine körperlichen Reaktionen zu achten, um schnell ablaufende Muster auf Dauer zu verlangsamen und nicht in die emotionale Rutsche, das Schreien und die eigene oft sehr schnell ablaufende Wutspirale zu geraten. Es gibt immer einen Punkt, an dem man sich und das Abgleiten in die üblichen Verhaltensmuster stoppen kann. Den gilt es zu finden. Das braucht ein wenig Übung und Geduld mit sich selbst.

Eine Notfallstrategie kann sein, sich Zeit für ein paar ruhige Atemzüge zu nehmen, um vom Gas zur Bremse und raus aus den schnellen, automatisierten körperlichen Abläufen zu kommen. Im Ernstfall hilft es auch, aus der Situation rauszugehen bzw. den Raum für kurze Zeit und ein paar Atemzüge zu verlassen. Das ist besser als das Kind wegzuschicken, es zu strafen oder es anzuschreien.

Wie können Eltern langfristig die Beziehung zu ihrem Kind verbessern?

Wenn man für sich entschieden hat: Ich möchte es anders machen. Dann sollte jedem klar sein: Ohne sich seiner eigenen Gefühle bewusst zu werden, kann man sein Verhalten nur schwer ändern. In meiner Praxis fließen bei Eltern häufig Tränen und die Verbindung zu den eigenen Emotionen wird deutlich. Es geht um Scham, um Schuld, auch um Wut, Trauer und Schmerz und um Einfühlung zu sich selbst und den Kindern. Es geht darum, was Eltern selbst als Kinder erlebt haben. Es geht um eigene Gefühle, um persönliche Standpunkte und um das eigene Wertesystem.

Nur wenn Eltern diese Zusammenhänge herstellen können, kann Empathie und Einfühlungsvermögen für sich selbst und auch für das Kind entstehen und sich elterliches Verhalten langfristig ändern. Geduld mit sich selbst und den Kindern ist dabei wesentlich – denn all das klappt nicht von heute auf morgen. An der Beziehung zu seinen Kindern zu arbeiten klingt zwar nach „Arbeit“, bedeutet immer vor allem die Chance zum eigenen Wachstum und Entwicklung und ist wirklich lohnenswert.

Ich spreche ja nicht von Regeln und Gesetzen in der Familie und doch, wenn man so will: Ein Familiengrundsatz erscheint mir ganz wichtig: Allen in der Familie darf es gut gehen – und zwar so gut wie möglich. Wenn es einem von uns nicht gut geht, sind alle bereit zu sprechen, wir hören uns gegenseitig zu, und fragen: Was können wir tun? Davor ist wichtig zu hören: Wie geht es uns gerade miteinander, was fühlt jeder? Der Dialog miteinander: Das ist der eigentlich wertvollste Teil und das Herzstück von Familie.

Vielen Dank, Katia Saalfrank, für diese wertvollen Erkenntnisse.

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17 Antworten auf „ES GEHT NICHT DARUM, DASS WIR WÄNDE AUS VERBOTEN BAUEN.“

  1. Bettina Bettina sagt:

    Lieben Dank für eure Kommentare! Es ist schön zu lesen, wie viele Gedanken ihr euch macht, um auch in verzwickten Situationen gut für euch und eure Kinder zu sorgen.

    Das Buch gewonnen hat „Karina“. Herzlichen Glückwunsch! Wir haben dich gerade per E-Mail informiert.

    Viele Grüße und bleibt dran. Die nächste Verlosung folgt bestimmt.
    Bettina

  2. Giusy Scivoli sagt:

    Ich würde mich sehr über dieses Buch freuen… Ich habe einen 6 jährigen Sohn und es kommt leider noch immer vor das es in gewissen Situationen eskaliert… Ich habe mir Hilfe geholt und es hat sich schon einiges verändert doch ich brauche noch eine wertvolle Tips und Anregungen für den Alltag um es für uns als Familie noch besser und harmonischer zu gestalten….

  3. Corinne sagt:

    Mein älterer Sohn wird bald 5, sein Bruder ist 3. Sie sind beide recht auf mich fixiert, da ich auch die meiste Zeit mit Ihnen verbringe. Der ältere Sohn ist somit manchmal auch nicht so offen für neues. Er ging auch nicht gerne in die Spielgruppe etc (sonst spielt er gerne mit anderen Kindern). Da habe ich doch auch schon mit Wenn-Sätzen irgendwie Druck gemacht. Finde ich meinerseits nicht o.k. wusste aber manchmal nicht wie ich es im Moment besser machen könnte. Würde mich sehr über das Buch freuen. Wollte es auch schon kaufen bzw. werde es sicher mal kaufen wenn ich es nicht gewinne.

  4. Cindy Klaas sagt:

    Danke für den Artikel! Komme gerade aus so einem Streit und bin nach dem lesen gerade nochmal hoch zu meiner Kurzen. Jetzt können wir beide gut schlafen. Rausgehen hilft uns immer. Und ich frage oft meine aufgestellten Regeln in Frage. Zum Beispiel: wer sagt denn, dass mein Kind nicht auch mal auf dem Fußboden schlafen kann? Soll es doch selber merken, wie unbequem das ist. Oder auch nicht….wer weiß das schon!

  5. Verens sagt:

    Allgemein ist das schwierig zu beantworten, jedoch spielt in jeder Situation meine Haltung mit, dass ich weiß, dass mein Kind mich nicht versucht zu ärgern, sondern es keine andere Form anwenden kann seine Bedürfnisse zu zeigen. Ich frage spezifisch nach, was denn „doof“ war und nehme mein Kind in den Arm. Danach haben wir immer eine Lösung besprochen und auch gefunden.

  6. Bella sagt:

    Ich versuche mich in mein Kind hineinzuversetzen und Frage mich, wie ich mich in dieser Situation gefühlt hätte. Meistens reicht es aus, ihn nicht als provozierend zu sehen und die Situation dann zu lösen oder ihm zumindest den Halt zu geben, den er braucht. Leider gibt es Situationen, für die ich noch keine Lösung gefunden habe. (Wickeln, an und aus ziehen)

  7. Melanie sagt:

    Besonders wenn meine Kinder (5,2 1/2) streiten und sich weh tun, das triggert mich sehr. Habe da ein großes ungerechtsenpfinden noch aus meiner Kindheit (habe einen 5 Jahre jüngeren Bruder). Ich habe es geschafft in den Momenten zu erkennen, dass das Kind das dem anderen weh tut keinem anderen Ausweg mehr sieht für sich zu sorgen, das Geschwisterchen seine Grenze überschritten hat. Das hilft mir nicht wütend zu werden(da es nicht boshaft ist sondern eher ein für sich einstehen) und ruhig zu bleiben. Dann gehe ich der Sache auf die Spur und kläre es gemeinsam mit den Kindern. Es klappt immer besser. Ich lese gern über neue Lösungswege und würde mich sehr über das Buch freuen Lg Melanie

  8. Nadine sagt:

    Manchmal fällt es mir sehr schwer ruhig zu bleiben… deshalb wäre das Buch sehr hilfreich für mich.
    Ich versuche mittlerweile immer das Bedürfnis hinter dem Problem heraus zu spüren und dann einen Kompromiss zu finden…

  9. Verena Rütten sagt:

    Tatsächlich versuche ich immer die Bedürfnisse meiner Kinder wahrzunehmen und zu achten.
    Wenn ich zum Beispiel weiß, dass wir um eine bestimmte Zeit losmüssen, sage ich schon vorher, was wir noch vorhaben und wir machen vorher ab, wie oft gerutscht oder wie lange noch geklettert werden kann.
    Trotzdem kann es mir passieren, dass ich in Stresssituationen auf wenn-dann Sätze zurück greife.
    Ich würde das Buch total gerne lesen, um die Bedürfnisorientierung noch weiter zu verinnerlichen auch in akuten Stressituationen Alternativen zu den wenn-dann Sätzen kennen zu lernen.

  10. Selale sagt:

    Ich versuche erstmal ruhig zu bleiben und tief durchzuatmen. Erstmal von meinem Stress runterzukommen, denn ich denke, Je lockerer ich bin desdo entspannter ist mein Kind. Dann gehe ich auf mein Kind ein hocke mich zu ihm und nehme es zu Not in den Arm. Bis es sich beruhigt. Manchmal funktioniert diese Reaktion manchmal auch nicht. Manchmal möchte mein Kind jetzt einfach mal ein Wutanfall bekommen. Dann lass ich ihn. Manchmal gibt es Kompromisse und manchmal einfach klare Ansagen. Ich versuche schon zu verstehen warum eine gewisse Reaktion gerade gezeigt wird. Es klappt auch ganz gut. Ich stoße aber auch auf meine Grenzen und deshalb könnte ich das Buch auch gut gebrauchen

  11. Karina sagt:

    Ich versuche erst mal selber ruhig zu werden und dann frage ich meinen Sohn z.B. „Das hast Du Dir jetzt anders vorgestellt, oder?“ Ich versuche zu verstehen, was in ihm gerade vorgeht. Ich möchte, daß er sich ernst genommen weiss! Es gelingt mir nicht immer, aber seit dem ich gezielt darauf achte, merke ich, wie mein Sohn immer öfters etwas was sofort macht, worum ich ihn bitte (z.B. Nintendo aus).
    Über das Buch würde ich mich wahnsinnig freun‘ !

  12. Anna sagt:

    Meiner Meinung nach ist angemessene Selbstfürsorge der Schlüssel. Nur wenn meine eigenen Ressourcen ausreichend gefüllt sind, kann ich die Mutter sein, die ich sein möchte. Daher schäme ich mich nicht auch öfter mal nach Hilfe zu fragen und mich abzugrenzen z.b. von Menschen, die mir nicht gut tun. Gleichzeitig denke ich, dass so auch mein Kind an meinem Vorbild lernt, dass lieb und achtsam mit sich selbst sein völlig ok ist.

  13. Ich versuche mich in mein kind hineinzuversetzen. Da ich weiss, dass mein kind nicht aus boshaftigkeit so reagiert. Und dann versuche ich eine Kompromisslösung zu finden, so das mein kind mir wieder freiwillig folgt oder ich muss einfach mal 5 Minuten warten und es klappt dann.

  14. Marieta Kohlrautz sagt:

    Ich versuche es kurz durchzuatmen und bis 5 zu zählen. Es klappt nicht immer aber immer öfter. Ich hoffe das Buch würde mich ein Stückchen weiterbringen.

  15. F. sagt:

    Übergänge sind besonders schwierig, z.B. abends von der Kita nach Hause. Ich versuche es mit Ablenkung, um ihn aus seinen negativen Emotionen und Müdigkeit raus zu holen. Oder heute haben wir schon am Morgen vereinbart, dass er am Abend noch die Eisenbahn weiter bauen kann, wenn wir nach der Kita schnell nach Hause gehen. Heute hat es super geklappt.

  16. Christine Fischer sagt:

    Ich versuche mich an das Buch „wenn das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten…“
    Es hat sich wirklich einiges verbessert! Bis Kind Nr. 2 jetzt auch „mitspielen“ will. Momentan ist es wieder sehr anstrengend. Nr. 1 (3,5j.) hat die „ich will nicht in den KiGa!“-Phase und Nr. 2 (15 Monate) kann noch nicht viel, außer Klettern, alles erkunden und dabei seine Schwester ärgern!

  17. Frauke sagt:

    Wenn-Dann ist nicht immer das Gelbe vom Ei. Aber auch dann, wenn man erklärt warum? Also Aussage „Wenn du jetzt die Zeit vertrödelt, fehlt sie nachher bei der Zeit fürs Vorlesen.“ (halt nur kurze und keine lange Geschichte). Wäre ja eigentlich ein logisches Resultat: wenn ich für eine Sache mehr Zeit verwende, fehlt sie nachher für was anderes.
    Ist schwierig. Ich Versuche auch die Wenn-Dann-Sätze zu vermeiden und erklär mir manchmal den Mund fusselig. Gefühlt bringt das dann aber auch nicht immer was.

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