BERLINER KINDER ERLEBEN NATUR PUR

In Berlin-Buch wurde kürzlich der zweite von insgesamt drei Naturerfahrungsräumen im Rahmen eines Fördervorhabens der Stiftung Naturschutz Berlin eröffnet.   

Naturerfahrungsraum Berlin Buch

Klettern mitten in der Natur, nicht auf Spielgeräten. Foto: Stiftung Naturschutz Berlin

Unbebaute Flächen sind hart umkämpft

Kinder in Großstädten sollen auch in Zukunft die Chance haben, in ihrem Wohnumfeld unmittelbare, intensive Naturerfahrungen machen zu können: Auf Bäume klettern, durch hohes Gras streifen, Schmetterlinge und andere Tiere beobachten, im Matsch wühlen…

Was so simpel klingt und was viele von uns früher als Kinder völlig selbstverständlich erlebt haben, ist heute vor allem in Großstädten gar nicht selbstverständlich und schon gar nicht leicht zu realisieren. Denn die wenigen unbebauten Flächen, die es dort noch gibt, sind hart umkämpft. Irgendetwas fällt irgendwem immer ein, was sich auf solchen zentral gelegenen  Flächen tolles bauen lässt.

Naturerfahrungsraum Berlin Buch

Große Steine laden zum Klettern ein. Foto: Stiftung Naturschutz Berlin

Für Kinder reserviert

Umso lobenswerter eben, dass die Politik drei von diesen raren Flächen in Berlin für das Projekt mit dem etwas sperrigen Namen „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin“ reserviert und nun schon die zweite Fläche realisiert hat. Nachdem im Juni dieses Jahres der erste Naturerfahrungsraum Spieroweg in Berlin-Spandau eröffnet wurde – wir haben im Blog berichtet – ist nun in Pankow in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Pankow und Spielkultur Berlin-Buch e.V. die zweite Pilotfläche an den Start gegangen. Der Naturerfahrungsraum Moorwiese befindet sich in direkter Nähe zum S-Bahnhof Buch, angrenzend an einen Abenteuerspielplatz.

Naturerfahrungsraum Berlin Buch

Der Eingangsbereich sieht einladend aus. Foto: Stiftung Naturschutz Berlin

„Das Wetter stimmte, es waren viele Kinder da, die begeistert gespielt haben, viele interessierte Erwachsene und auch Fachvertreter-Grün aus anderen Bezirken.“, freut sich Irma Stopka, Projektleiterin des Vorhabens bei der Stiftung Naturschutz Berlin, über die gelungene Eröffnung des Naturerfahrungsraums.

Naturerfahrungsraum

Die Spielhügel wurden im NERaum Moorwiese extra angelegt. Foto: Stiftung Naturschutz Berlin

Erste Erfahrungen vom Spieroweg

Erste Erfahrungen vom Spieroweg liegen inzwischen auch schon vor und stimmen optimistisch. Die Fläche wurde in den ersten 4 Monaten nach der Eröffnung regelmäßig vor allem von Kindergärten und Grundschulen aus der Umgebung gut besucht. Es ist zu beobachten, dass Kinder beim Erstbesuch zwar anfänglich noch etwas hilflos dastehen, ob des vielen Grüns und der vielen darin lebenden Tiere. Doch diese Ängste verlieren sich schnell.

Die Fläche ist sehr vielfältig strukturiert. Es gibt Baumbereiche, die zum Klettern und Hüttenbau einladen. Es gibt Gebüsche, in denen die Kinder gerne Höhlen einrichten, und es gibt u. a. auch Brennesselflächen, gegen die man wunderbar kämpfen kann – oder auch hohe Goldrutenflächen, die man wie ein Labyrinth benutzen kann.

Die Kinder sind wiederkehrend dabei zu beobachten, wie sie in kleineren oder größeren Gruppen über längere Zeiträume in Rollenspiele vertieft sind. Lehrer und Erzieher, die mit ihren Gruppen den Naturerfahrungsraum besuchen, berichten, dass ihre Kinder anschließend ruhiger und konzentrationsfähiger sind.

Sowohl Kinder als auch Erwachsene lernen ganz nebenbei z. B. dass Brombeeren nicht giftig sind oder dass Marienkäfer keine Eier unter die Haut des Menschen legen, wie von einigen Besuchern angenommen.

Das Vorhaben wird von der Stiftung Naturschutz Berlin durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie dem Bezirk Pankow und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin gefördert. Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin unterstützt das Vorhaben. Das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben wird wissenschaftlich von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde begleitet. Ziel ist es, die im Projekt gewonnen Erkenntnisse in Leitfäden so zu dokumentieren, dass sie anderen Städten und Akteuren als Hilfestellung bei der Einrichtung von Naturerfahrungsräumen dienen können.

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