REICHT DIE ZEIT ZUM SPIELEN?

Kinder entdecken ihre Welt spielerisch. Deshalb sind mir unverplante Zeiträume, in denen meine Kinder frei spielen können, sehr wichtig. Doch in zwei Tagen wird mein Sohn eingeschult. Und „der Ernst des Lebens“, wie es immer so daher gesagt wird, beginnt. Wird mein Schulkind dann immer noch genügend Zeit zum Spielen haben?

 

Warum ist selbstbestimmtes Spielen so wichtig?

Die Experten sind sich einig: Spielen fördert die körperliche, geistige und seelische Entwicklung der Kinder und ist (über)lebensnotwendig. Deshalb haben Kinder ein Recht auf Spiel, wie es in Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben ist.

Kinder entdecken, erfahren und begreifen über das Spiel ihre Umwelt. Im Spiel nehmen sie verschiedene Rollen ein, experimentieren mit Alltagssituationen, verständigen sich mit anderen Kindern, tragen Konflikte aus, treffen Entscheidungen und nehmen dadurch sich selbst und ihre Umwelt wahr. Ich spiele, also bin ich.

Wenn Kinder spielen, folgen sie ihrer inneren Motivation, dafür brauchen sie keine Erwachsenen, die sie pädagogisch anleiten. Kinder spüren im Spiel keinen Lerndruck und lernen doch so viel – mit Spaß und in emotionaler Geborgenheit. Das ist sehr wertvoll.

 

Spielen braucht Raum

Zugegeben, manchmal langweilt mich ein Spielplatz-Besuch und ich gehe dort eher mit dem Gefühl hin „da muss ich jetzt durch, es tut den Kindern gut“. Und dennoch weiß ich es sehr zu schätzen, dass es in unserer Nähe verschiedene Spielplätze zur Auswahl gibt, die wir je nach Lust und Laune ansteuern können.

Nicht alle Spielplätze sind gleich gut ausgestattet, aber die meisten Spielplätze bieten letztlich Raum zum Fange spielen, Ball spielen, Buddeln, Versteck spielen, zum Klettern und Vieles mehr. Wo sonst haben Kinder in einer eng bebauten Stadt dafür den Platz?

Spielplätze in Köln

Meine Kinder finden: Am besten schaukelt es sich im Familienpark unter der Zoobrücke, hoch hinaus klettern lässt es sich prima auf dem Spielplatz im Kölner Zoo (mit Jahres-Zookarte geht das), Skateboard üben macht Spaß auf der Lohse Rampe und in der Auerstraße sind wir, wenn wir schnell am Nachmittag noch eine Runde Bolzen und Buddeln wollen – der Spielplatz liegt einen Katzensprung von uns entfernt.

 

Drinnen spielen

Sobald die Tage wieder kürzer und trüber werden, werden wir es uns nachmittags auch wieder öfter zu Hause gemütlich machen. Das ist in Ordnung, wie ich finde, solange es nicht zur Dauereinrichtung wird. Auch drinnen kommen die Kinder auf wunderbare, kreative Spielideen.

Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass es hilfreich ist, den Kindern keine Spiele vorzuschlagen, sondern ihnen Zeit zu lassen, eigene Spielideen zu entwickeln. Auch wenn das manchmal nicht ohne Gequengel geht: „Mir ist langweilig.“ Aus Langeweile entstehen überraschenderweise oft die kreativsten Spielideen. Da werden dann plötzlich komplexe Höhlenwelten gebaut, bunte Rollenspiel-Szenarien (Toys r us hat das Playmobil Piratenschiff
) entworfen oder wunderbare Bastelaktionen mit viel Farbe, Schere und Kleber kreiert. 

Übrigens muss auch die Bewegung drinnen nicht zu kurz kommen. Luftballons sind bei uns immer ein Dauerbrenner. Damit lässt es sich wunderbar spielen – alleine, zu zweit, mit den Füßen, Händen, mit dem Kopf. Das macht nicht nur Spaß, sondern trainiert auch das Koordinationsvermögen und stärkt das eigene Körpergefühl.

 

Spielen braucht Zeit

Ich denke, wenn es mir wichtig ist, dass meine Kinder Zeit zum Spielen haben, dann lässt sich das auch organisieren. Und da es mir bisher auch wichtig war, merke ich gerade, wird sich wohl erstmal gar nicht so viel ändern. Vielleicht werde ich verstärkt darauf achten, die Bedürfnisse meines Sohnes nach der Schule zu erkennen. Ist er eher zappelig und unausgeglichen, gehen wir nach draußen, so dass er sich in der frischen Luft entspannen und austoben kann. Das macht den Kopf wieder frei. Wenn er eher müde oder erschöpft ist, tut es ihm vielleicht gut, in die Spielwelt seines Zimmer abzutauchen?

Und vielleicht wird es durch die verplante Lernzeit in der Schule noch wichtiger als bisher sein, das Wochenende etwas ruhiger angehen zu lassen. Also nicht gleich nach dem Frühstück zum Wochenendausflug oder Einkaufen zu starten. Vielleicht lehnen wir uns dann öfter mal zurück, nehmen die Zeitung zur Hand, und gestehen den Kindern Raum und Zeit für ihre eigenen Bedürfnisse ohne Zeitstress, ohne elterliche Kontrolle oder Organisation zu. Das klingt gut.

In diesem Sinne wünsche ich allen Eltern und Kindern einen tollen Schulstart! Wie gelingt es euch, euren Kindern genügend Zeit und Freiraum zum Spielen einzuräumen? 

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Eine Antwort auf REICHT DIE ZEIT ZUM SPIELEN?

  1. Erika sagt:

    Spielen ist für die Entwicklung der Kinder sehr wichtig.

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