KINDER-SPIELPLATZPATEN: „ES IST EINE KLEINE EHRE“

Immer mehr Städte sind auf der Suche nach Spielplatzpaten, denn die Unterstützung durch engagierte Helfer ist sehr wertvoll. In Mettmann haben im letzten Schuljahr acht Viertklässler auf dem Spielplatz ihrer Schule nach dem Rechten gesehen. Vor ein paar Wochen habe ich die acht Mädchen und Jungen auf einer Veranstaltung kennengelernt und ein bisschen mehr über ihren spannenden „Job“ erfahren. 

Tim, Zoe, Ben, Tom, Jule, Niklas, Till und Louisa sind gern Spielplatzpaten an ihrer Grundschule Herrenhauser Straße in Mettmann. Das wird sehr schnell klar, als wir miteinander sprechen. Und sie ziehen gerne ihre orangefarbenen Spielplatzpaten-Westen an, wenn sie zum Dienst auf dem Spielplatz antreten. „Die Weste haben wir nur acht Mal an der Schule. Und es macht mich schon ein bisschen stolz und es ist eine kleine Ehre für mich, die Weste zu tragen.“, erzählt Zoe begeistert.

Spielplatzpaten Mettmann

Spielplatzpaten: Ben Crombach, Till Schneemann, Jonathan Stricker, Tom Sawatzky, Niklas Schmidt, Beate Zimmer, Jule Lange, Louisa Gerke, Zoe Moughrabi (v. oben links), Foto: Schilling

Aufschrift Spielplatzpatenweste

An den orangefarbenen Westen sind die Kinder auf dem Spielplatz gut zu erkennen. Foto: Schilling

Der Spielplatz Oderstraße, um den die Kinder-Spielplatzpaten sich kümmern, grenzt direkt an den Schulhof und ist durch ein abschließbares Tor zu erreichen.

Durch ein Tor können die Schulkinder zum Spielplatz, Quelle: Spielplatzpaten

Durch dieses offene Tor gelangen die Schulkinder zum Spielplatz, Foto: Spielplatzpaten

Spielplatz Oderstraße in Mettmann, Foto: Spielplatzpaten

Spielplatz Oderstraße in Mettmann, Foto: Spielplatzpaten

Ein Lehrer der Schule kommt jeweils als Aufsichtsperson mit auf den Spielplatz. Durch die auffällige „Dienstkleidung“  können die Kinder-Spielplatzpaten ihre Aufgaben anderen Schulkindern gegenüber erkenntlich machen.

 

Die Aufgaben sind vielseitig

Die Aufgabe macht den Kindern Spaß und es gibt auch einiges zu tun: „Wir schauen in den Pausen, ob die Spielgeräte in Ordnung sind, ob es zum Beispiel keine Bienen- oder Hornissennester gibt.“, erklärt Jule.

Till schaut sich die Spielgeräte genau an. Foto: Spielplatzpaten

Till schaut sich die Spielgeräte genau an. Foto: Spielplatzpaten

Es kommt auch schon mal vor, dass die Spielplatzpaten andere Kinder bitten, keine Äste abzureißen oder selbst Müll einsammeln. Auffälligkeiten werden direkt mit der Fotokamera festgehalten, die extra dafür im Lehrerzimmer liegt.

 

Eine langfristige Planung ist wichtig

Alles ist prima organisiert. Bereits Anfang des Jahres wurde der Dienstplan erstellt, damit die Kinder sich langfristig auf ihre Aufgaben einstellen konnten. Immer zwei Kinder sind gleichzeitig eingeteilt, die Teams wechseln wöchentlich. Wenn die Kinder Zeit und Lust haben, können sie sogar am Wochenende in ihrer Funktion als Spielplatzpaten auf den Spielplatz gehen – dafür haben sie die Westen extra zu Hause.

Spielplatzpaten Dienstplan

Einsatzplanung für die Spielplatzpaten, Foto: Schilling

Alle vier Wochen treffen sich die Spielplatzpaten in der großen Pause. Hier kommen Fragen, Anregungen und Probleme auf den Tisch. Beate Zimmer, Sozialarbeiterin an der Schule, betreut das Projekt und steht den Kinder auch zwischendurch als Ansprechpartnerin zur Seite.

Die Spielplatzpaten besprechen sich mit Beate Zimmer auf dem Spielplatz. Foto: Spielplatzpaten

Die Spielplatzpaten besprechen sich mit Beate Zimmer auf dem Spielplatz. Foto: Spielplatzpaten

 

Ehrenamtliches Engagement bewegt viel

Vorangetrieben wurde das Projekt von Nicola Hengst-Gohlke, Organisatorin des ehrenamtlichen Spielplatzpatenprojekts aus Mettmann.

Nicola Hengst_Gohlke mit ihrem Sohn Jan. Foto: Spielplatzpaten

Nicola Hengst_Gohlke mit ihrem Sohn Jan. Foto: Spielplatzpaten

„Nach einer großartigen Beteiligung von Schüler/innen und Eltern an einer Umfrageaktion zur Neugestaltung des Spielplatzes dank der sehr engagierten Schulleitung und des Kollegiums, war es mir vor allem wichtig, dass die Kinder auch nach der Eröffnung einen Bezug zu „ihrem“ Spielplatz behalten und sich einbringen können“, so Hengst-Gohlke.

 

Der Funke ist übergesprungen

Als Pilotprojekt gestartet, mussten anfangs viele Fragen geklärt und Dinge abgesprochen werden. Aber dann lief alles reibungslos, so dass das Projekt im kommenden Schuljahr fortgesetzt wird.

Da die Viertklässler nach dem Sommer die Schule wechseln, war klar, dass sie ihre Spielplatzpatenschaft abgeben werden. Deshalb wurde schon frühzeitig in den dritten Klassen die Werbetrommel gerührt: “Wir erklären unsere Aufgaben den neuen Spielplatzpaten und dann geben wir die Westen ab.”, erzählt die noch Spielplatzpatin Zoe.

Das eine Jahr als Spielplatzpate wirkt nach. Till ist von seinem “Job” so begeistert, dass er sich überlegt, in Zukunft für den Spielplatz in seiner Nachbarschaft die Patenschaft zu übernehmen. Das zeigt, dass der Funke übergesprungen ist.

Auch Nicola Hengst-Gohlke ist vom Erfolg überzeugt: „Ich freue mich darüber, dass es den Kindern wichtig geworden ist, sich für „ihren“ Spielplatz einzusetzen und sie dies mit ihren Familien auch weiterhin für Plätze außerhalb des schulischen Umfeldes tun möchten. Denn damit sich die Spielplatzsituation in Mettmann langfristig ändert,  braucht es noch mehr ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich.“, resümiert Hengst-Gohlke.

 

Die Schule trägt das Projekt mit

In der Schule Herrenhauser Straße in Mettmann ist das Projekt jedenfalls nun zu einem festen Bestandteil geworden. Für das neue Schuljahr konnten bereits 16 neue Spielplatzpaten (acht pro Halbjahr) gefunden werden. Das funktioniert deswegen, weil es von der Schulleitung und vom gesamten Kollegium getragen wird und an der Schule selbst einen hohen Stellenwert hat: „Kinder sollen früh eigenverantwortliches und gesellschaftlich wirksames Handeln lernen. Nichts bietet sich mehr an, als dieses für ihre eigene Lebenswelt zu initiieren und, da sind sich ausnahmsweise einmal alle einig, Spielen und Kinder gehören einfach zusammen. Daher verbindet die Schule mit diesem Projekt einen unschätzbaren Erziehungswert“, so Schulleiterin Birgit Krohm.

Dem können wir uns nur anschließen!!! Ein tolles, nachhaltig angelegtes Projekt, das Kinder dazu ermutigt, selbst Verantwortung zu übernehmen. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und freuen uns über Nachahmer in anderen Städten.

Dieser Beitrag wurde unter Best Practice abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf KINDER-SPIELPLATZPATEN: „ES IST EINE KLEINE EHRE“

  1. B.Krohm sagt:

    Ein sehr poisitiv geschriebener Artikel, der hoffentlich viele motiviert an dem Projekt weiter mitzuarbeiten.Danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.