IM KAMPF GEGEN GRAFFITI

Die Sonne scheint. Endlich raus und sich mal wieder so richtig austoben. Ärgerlich nur, dass manche Spielplätze gar nicht frisch und frühlingshaft aussehen, sondern über und über mit Graffiti beschmiert sind. Was lässt sich dagegen tun?! In Köln mehr als man denkt…

Petra Kremerius

Petra Kremerius, Geschäftsstelle Kölner Anti Spray Aktion

Dort gibt es die Kölner Anti Spray Aktion (KASA), die gegen Verunreinigungen und Farbschmierereien an städtischen Objekten angekämpft. Wir haben mit Petra Kremerius, der Geschäftsstelle der KASA, gesprochen, um mehr über die Arbeit der KASA zu erfahren…

 

Frau Kremerius, welches Ziel verfolgt die KASA?

Kremerius: Die KASA ist ein Zusammenschluss von 37 Institutionen in Köln. Das wesentliche Ziel der Stadt Köln, als Mitglied der Anti Spray Aktion (KASA), besteht darin, Farbschmierereien auf allen städtischen Objekten in Köln zu reduzieren. Dazu zählen beispielsweise Bürogebäude, Schulen, Unterführungen und natürlich die städtischen Spielplätze.

Farbschmierereien auf fremdem Eigentum sind illegal. Sie schädigen die Umwelt und viele Menschen sehen in Ihnen ein Signal der Verwahrlosung. Durch die Selbstverpflichtung zur zeitnahen Reinigung von Graffiti und der Strafanzeige eines jeden Graffitis möchte die KASA die Ausbreitung von Farbschmierereien in Köln stoppen und die Lebens- und Aufenthaltsqualität Kölns für die Bürgerinnen und Bürger erhöhen.

 

Wieviel kostet die Beseitigung von Graffiti auf Kölner Spielplätzen pro Jahr?

Kremerius: Von März 2010 bis heute haben wir für die Reinigung von Spielplätzen einen Betrag in Höhe von ca. 11.000 Euro gezahlt. Die Höhe variiert jedoch von Jahr zu Jahr. Die Anzahl der gereinigten Spielplätze ist variabel. Von März 2010 bis heute sind 18
Spielplätze gereinigt worden.

Die Stadt Köln ist KASA-Partner und stellt die Geschäftsstelle der KASA. Die Reinigung der städtischen Objekte wird von der Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (KWB) im Auftrag der Stadt Köln durchgeführt. Das Team der AWB-Mitarbeiter zur Entfernung von Graffiti besteht aus fünf Personen.

 

Sie sagen, die zeitnahe Beseitigung der Schmiereien ist wichtig. Mir ist allerdings aufgefallen, dass Schmierereien oft monatelang an Spielgeräten bleiben…

Kremerius: Der Stadt Köln ist sehr wichtig, dass Örtlichkeiten, an denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten, in einem sauberen und intakten Zustand sind. Diese Orte sollen für die Kinder und Jugendlichen eine Vorbildfunktion erfüllen und deren eigenes Verhalten in Bezug auf Sauberkeit und Vandalismus positiv beeinflussen.

Durch die Vielzahl der Objekte ist die Kölner Anti Spray Aktion allerdings auf die Mithilfe aufmerksamer Bürger angewiesen. Unter der Nummer 0221- 221-91 310 oder E-Mail info@kasa-koeln.de können Hinweise, am besten mit Foto, direkt an die KASA weitergegeben werden.Wir freuen uns über jede Unterstützung und setzen dann alle Hebel in Bewegung, um die Reinigung so schnell wie möglich zu veranlassen und zu koordinieren.


Warum meldet das Grünflächenamt, die ja regelmäßige Sichtkontrollen auf Spielplätzen durchführen, nicht automatisch alle Graffiti-Schmierereien an Sie weiter?

Kremerius: Das Grünflächenamt der Stadt Köln hat eine Fülle von Aufgaben. Zum Beispiel obliegt ihm die Verkehrssicherheit der Straßen (kein Zuwachsen von Radwegen oder Ampelanlagen, Lichtmasten oder Verkehrsschildern) und die Sicherheit in allen Grünanlagen, Parks u. ä. Es erfolgen Meldungen des Grünflächenamtes an die KASA und ihre Frage nehme ich gerne erneut zum Anlass, einen zuverlässigen und durchführbaren
Meldeweg mit dem Grünflächenamt zu erörtern.

 

Wir haben das mal ausprobiert und der KASA den Spielplatz Auerstraße in Köln gemeldet…

So sah das Klettergerät dort vor der Reinigung aus:

Und so schön sauber sah das Klettergerät nach der Reinigung durch die KASA aus:

Das gleiche Klettergerät war nach nur wenigen Wochen leider wieder beschmiert…

Spielplatz Auerstrasse wieder Graffiti verschmiert

Spielplatz Auerstrasse wieder Graffiti verschmiert

 

Ist es nicht deprimierend, wenn Ihre Arbeit immer wieder zunichte gemacht wird?

Kremerius: Leider garantiert eine schnelle Reinigung nicht, dass die Objekte nicht erneut beschmiert werden. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit der zügigen und wiederholten Reinigung an Spielplätzen und anderen städtischen Objekten gemacht. Ein Erfolg lässt sich leider nicht immer verzeichnen.

Es besteht aber keine andere Alternative zur zeitnahen Reinigung. Belassen wir die Farbschmierereien auf den Objekten, so wirken diese wie ein Magnet und ziehen weitere Graffiti nach sich. Es ist uns sehr wichtig mit der Reinigung ein deutliches Signal zu setzen, dass wir Farbschmiererein auf unseren Objekten nicht dulden und akzeptieren. Jedes von uns festgestellte wird bei der Polizei Köln angezeigt. So unterstützen wir die Polizei Köln bei deren Ermittlungen und können zum Beispiel auch Sprayerschwerpunkte ermitteln.

Eine Strafanzeige sichert uns zudem unsere zivilrechtlichen Ansprüche, sollte ein Täter ermittelt werden können. Graffiti ist eine Straftat nach §§ 303, 304 Strafgesetzbuch.

 

Wissen Sie, wie der Kampf gegen Graffiti in anderen Großstädten geregelt ist?

Kremerius: Die Geschäftsstelle der KASA steht in Kontakt mit anderen vergleichbaren Großstädten und es findet ein reger Austausch statt. Die Partner der KASA, wie zum Beispiel die Deutsche Bahn AG, die Bundespolizei Köln oder die Telekom agieren bundesweit und können von den Erfahrungen im Umgang mit Graffiti in den anderen Städten profitieren.

Der Umgang mit Graffiti ist in den vergleichbaren Großstädten ähnlich wie in Köln.
Prävention in Form von Jugendarbeit und zügige Reinigung der Objekte ist überall
ein Schwerpunkt in der Arbeit gegen illegale Farbschmierereien. Die Sensibilisierung
der Jugendlichen sollte ab ca. 12 Jahren erfolgen. Vielen Jugendlichen sind das Ausmaß
und die Konsequenzen der illegalen Graffiti nicht bekannt. Hier gilt es, den Jugendlichen
Werte zu vermitteln und ihnen die Folgen der Farbschmierereien für ihre eigene Zukunft bewusst zu machen.

Die zivilrechtlichen Ansprüche bestehen für einen Zeitraum von 30 Jahren und können sehr schnell zu einer hohen Summe werden. Für einen Quadratmeter Graffiti können zwischen 60 und 150 Euro bezahlt werden (je nach Untergrund und Beschaffenheit sowie  der nötigen Reinigungsmethode des Objektes). Hinzu kommt, dass im Falle einer Verurteilung erhebliche Nachteile für den weiteren Lebenslauf befürchtet werden können.

 

Beraten Sie die Verantwortlichen von Spielplätzen auch hinsichtlich vandalismusbeständiger Materialien?

Kremerius: Nein, für die Ausstattung der Spielplätze ist das Amt für Kinderinteressen zuständig. Lt. zuständiger Fachabteilung im Amt für Kinderinteressen stehen dabei die Wünsche und Interessen der Kinder- und Jugendlichen bei der Planung der Spielplätze an oberster Stelle.

Es gibt einige wenige Bereiche in Köln, bei denen man aus Erfahrung weiß, dass dort eine
erhöhte Vandalismusgefahr besteht. Dort bestückt man Spielplätze mit Geräten aus unempfindlichen Materialien (z. B. Metall statt Holz gegen das “Zündeln”).

Vielen Dank, Frau Kremerius, für diese interessanten Informationen und viel Erfolg weiterhin im Kampf gegen Graffiti!

Schaut euch doch mal auf Spielplätzen in eurer Nähe um. Wenn ihr Graffiti seht, fragt bei den Verantwortlichen nach, was dagegen getan wird und schreibt eure Erfahrungen gerne hier ins Blog.

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5 Antworten auf IM KAMPF GEGEN GRAFFITI

  1. Bettina sagt:

    Hallo Peace,

    danke für Ihren Kommentar. Im Grunde passt darauf die gleiche Antwort, wie ich sie bereits Florian geschrieben habe, der hier auch schon vor Ihnen kommentiert hatte…
    Ich habe aber Ihre Frage direkt an die User auf unserer Spielplatztreff-Facebook-Seite weitergeleitet, um noch mal weitere Argumente zu sammeln, darauf gibt es bereits Reaktionen. Vielleicht haben Sie Lust, sich die Kommentare dort mal durchzulesen und die Diskussion dort weiterzuführen? http://www.facebook.com/spielplatztreff

    Viele Grüße, Bettina von Spielplatztreff.de

  2. Peace sagt:

    Hallo
    Ich frage mich manchmal wirklich, wie Leute Grafitti mit verwahrlosung in Kontakt bringen können. Jeder fängt irgendwo klein an mit dem Sprayen. Dass das dann noch nicht so gut aussieht hat nichts damit zu tun, dass eine Stadt verwahrlost. Und hat nicht vielleicht schon einmal iner von den ü. 40ern daran gedacht, dass graue Bürogebäude, die alle nebeneinanderstehen nicht vielleicht langweilig oder gar hässlich sind? Wieso wirft man Geld dafür raus, sie wieder von dem Bunten zu befreien und sie grau zu machen? Warum fördert man nicht einfach schönere Grafittis in Stadtteilen, wo der alltag sowieso größtenteils extrem (und ich meine extrem) langweilig ist weil man jden Tag im Büro sitzt und sich konzentrieren muss? Warum macht man die Aussicht darauf arbeiten zu gehen noch trüber, weil man immer einen Grauen Büroblock vor Augen hat als ein aufregender gestaltetes Gebäude? Ich verstehe einfach nicht, warum man sich neuen Dingen gegenüber noch nicht ein Mal heutzutage öffnen kann… Schließlich ist Grafitti auch irgendwo eine Kulturelle Geschichte und hat auch irgendwo etwas mit dem Kundtun der eigenen Meinung zu tun.
    Für den Fall, dass sie auch die Kehrseite der MEdallie interessiert:
    http://www.pasch-net.de/pas/cls/sch/jus/kul/arc/jkl/de3324445.htm
    Mit freundlichen Grüßen

  3. Bettina Bettina sagt:

    Hi Florian,

    nicht, dass wir uns falsch verstehen: Gegen Graffiti-Sprüher ist prinzipiell gar nichts einzuwenden. Manche von euch beherrschen diese Kunst ja wirklich sehr gut und sprühen eindrucksvolle Bilder. Deshalb verstehe ich auch, wenn es viele Leute gibt, die gerne Graffitis sprühen. Und ich bin auch dafür, mehr öffentliche Flächen für’s Sprühen bereitzustellen. Blöd ist nur, wenn sich Sprüher eben illegale Flächen aussuchen, wie zum Beispiel Spielgeräte, und diese dann mit ihren Schriftzeichen besprühen. Und ich befürchte, dass Eltern und Kinder darüber sehr traurig sind, verstehen Sprüher erst, wenn sie selbst Eltern geworden sind. Dann ist es nur leider zu spät. Schade!

    Viele Grüße, Bettina

  4. florian graffiti sagt:

    haha was wollt ihr schion gegen graffitgi tun xDD? Es gibt in deugtschland schätze ich mal 200000 sprüher und wir sind schon die 2 generation graffiti imn deutgschlande
    hagt sich in den legtzten 10 jahren verdoppelt und es wird immer mehr bin auch für graffiti damit wird das stgadtbild gverschönert und so seh nicht nur ich das so also grafit wird niemals sterben und wird immer stärker und größer also ihr könnt garnichts mehr gtun !haha wie geiel x’DD

  5. Bettina Bettina sagt:

    Besagter Spielplatz in der Auerstraße wurde letzte Woche erneut gereinigt und von Graffiti befreit. Hoffe, diesmal hält es länger vor!!

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